Kommunikation

Employer Branding, die Zweite

Gottseidank lag ich mit meiner letztjährigen Vermutung richtig! Das Team von CORE Smartwork veranstaltete am 23.11.17 die zweite Auflage des Employer Branding Forums im Fill Future Dome.

In meinem vorangegangenen Beitrag kannst du meine Gedanken zum Thema Employer Branding nachlesen.

Wie bereits im letzten Jahr gab es wieder hochkarätige Beiträge zum und um das Thema Employer Branding. Insbesondere möchte ich aber einige Inhalte zweier Redner hervorheben, ohne die übrigen be-, geschweige denn abwerten zu wollen. Nein, einzig und allein deswegen, weil ich ihre auf den Punkt gebrachten Kernaussagen zu hundert Prozent unterschreibe. Auch in meinem Arbeitsansatz geht es darum, Dinge herunterzubrechen und die Einfachheit der Lösung in den Vordergrund zu rücken.

Dr. Horst Lindner verwies unter anderem in seinem Vortrag „Eigentore im Kopf“ auf die Macht der Worte und Gedanken. Wir werden in unserer Sozialisation darauf getrimmt, überwiegend die negativen Dinge zu sehen. Die klassischen Beispiele kennen wir alle aus der Schule: „Brav. Du hast von deinen zehn Aufgaben nur zwei falsch!“ Von dem, dass acht Aufgaben richtig sind, ist in den seltensten Fällen die Rede.
Ein weiteres Wort, das wir alle Tag für Tag anwenden ohne die tatsächliche Auswirkung auf unser Leben zu hinterfragen: „Ich werde VERSUCHEN, die Aufgabe zeitgerecht zu erledigen.“ Dr. Lindner entkräftete dies mit dem anschaulichen Beispiel, dass kein Sportler zu den Olympischen Spielen fährt und dort VERSUCHT zu gewinnen. Er fährt hin, um zu gewinnen!

Ich habe schon vor einiger Zeit beschlossen dagegen anzugehen, und in großen Buchstaben an das Whiteboard in unserer Küche folgendes notiert: Positive Gedanken führen zu positiven Ergebnissen!

Wir alle, meine drei Mädels und ich, laufen jeden Tag, fast unzählige Male, daran vorbei und können es gar nicht vermeiden, diesen Satz immer wieder zu lesen. Ausgenommen ist unsere Kleinste; sie bekommt die Audioversion präsentiert. Und für die Große gibt’s darüber hinaus eine extra Ecke zum Thema Schule, insbesondere Mathe, auf der Tafel 😉
Was ist aber die langfristige Folge: Durch die ständige Präsenz programmieren wir unser Unterbewusstsein darauf, die positiven Dinge als „Standardeinstellung“ für unser Leben zu installieren. Dies ist auch dringend nötig, um einen starken Schutzschild gegen all die negativen Einflüsse aufzubauen, die jeden Tag – beispielsweise aus den Medien – auf uns einprasseln.

Als Abschlussredner begeisterte Dr. Thomas Müller das Publikum mit Einblicken in seinen reichen kriminalpsychologischen Erfahrungsschatz. Spätestens seit dem Briefbomber Franz Fuchs ist Dr. Müller als Profiler einem breiten Publikum bekannt.

Menschliches Verhalten ist bedürfnisorientiert“ lautet eine der Grundannahmen seiner Arbeit!

„Ex factis, non ex dictis amici pensandi.
Nach ihren Taten, nicht nach ihren Worten, soll man die Freunde wägen.“

Im Grunde ist dieser Satz eine der wichtigsten Botschaften, die ich meinen Kindern auf ihren Lebensweg mitgeben möchte. Frei übersetzt hören sie von mir immer wieder: „Was du sagst und was du tust, muss zusammenpassen!“ Ich verbinde mit diesem Satz sehr stark den Kongruenzbegriff aus dem Modell von Virginia Satir. In diesem Kommunikationsmuster senden Menschen auf allen Kommunikationskanälen übereinstimmende Botschaften. Viele Sprüche und Zitate die das Thema aufgreifen, prägen unseren Alltag. „Wasser predigen und Wein trinken“, sei hier nur stellvertretend angeführt. Dies bringt mich gleich zum nächsten Grundsatz, den Dr. Müller und ich teilen.

Sich selbst nicht zu wichtig nehmen.“ Es gibt viele Menschen in unserem täglichen Umfeld, die enorm viel „wissen“. Zu allem Überfluss teilen sie dieses „Wissen“ noch besonders gern und dies auch ungefragt. Es handelt sich dabei um ExpertInnen, die auf jede Frage eine Antwort kennen und für jedes Problem eine Lösung parat haben. Binnen Sekunden haben sie sich rhetorisch auf ein Podest gehoben, von dem plötzlich alle Menschen rundherum wie Ameisen aussehen. Und leider schaffen sie es auch viel zu oft, dass sich diese Menschen auch tatsächlich wie Ameisen fühlen. Doch spricht ein solches Verhalten für hohen Selbstwert? Ist dies eine angemessene Form von Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber? Wer erreicht tatsächlich Ziele? Sind es die Poser, die Dampfplauderer, die Marktschreier? Oder jene, die ins Handeln kommen? Die Macher? Die Umsetzer? Und ist es nicht so, dass bei genauerem Hinsehen, bei so manchen großen Entdeckungen und Erfindungen unserer Zeit, Kommissar Zufall die Hand kräftig im Spiel hatte?

„Es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden.“ Ich denke der Ausspruch von Willy Brandt bedarf keiner weiteren Worte.

Und als letzte Kernbotschaft, die für mich untrennbar mit den vorangegangenen in Zusammenhang steht, lautet: „Beobachten, ohne zu bewerten.“ Man kann die Welt oder Verhalten nicht dadurch erklären, dass man die eigenen Werte- und Moralvorstellungen allen anderen überstülpt und von sich auf andere schließt. Ist es nicht anmaßend sich selbst als einzig gültige Entscheidungsinstanz über Wahrheit oder Lüge, richtig oder falsch, gut oder böse zu definieren? Sich selbst frei machen von Be- und Verurteilungen anderer, könnte meiner Ansicht nach, wesentlich zu einem gedeihlicheren Miteinander beitragen.

Abschließend kann ich sagen, dieser Nachmittag in Gurten war ein sehr informativer und überaus inspirierender für mich. Großes Lob an die Veranstalter, besten Dank an das Podium für die tollen Inputs und die GesprächspartnerInnen für den interessanten Austausch!

Hier noch der Rückblick des Veranstalters sowie einige BesucherInnenstimmen, denen ich mich nur anschließen kann.
Ich hoffe, ich bin auch nächstes Jahr wieder auf der Teilnehmerliste… sofern es eine gibt 😉

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